NewsWachsende Armut, schrumpfende Sicherheit – Armutsbericht des Paritätischen 2026 veröffentlicht

Wachsende Armut, schrumpfende Sicherheit - Armutsbericht des Paritätischen 2026 veröffentlicht

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind erheblich: Während in Bayern etwa jede achte Person von Armut betroffen ist, gilt dies im Bundesland Sachsen-Anhalt für mehr als jede fünfte Person, welches damit an vorletzter Stelle steht.

Am Tag der Öffnung der Berliner Mauer, dem 9. November 1989, erschien der erste Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbandes. Seither schaffte der Paritätische mit seinen aktuellen Analysen zur Armut immer wieder Anlässe, um über die Folgen von Armut zu informieren und zu diskutieren. Diese Berichte boten zugleich häufig die Möglichkeit, Wege zu erörtern, wie Armut in Deutschland überwunden und allen Menschen ein Leben frei von Armut ermöglicht werden kann. Dabei beschränkten sich die Armutsberichte nie allein auf Bestandsaufnahmen und Problembeschreibungen, sondern enthielten stets auch konkrete Vorschläge zur Lösung.

Die Zusammenfassung:

  • Die Armutsbetroffenheit ist im Betrachtungszeitraum der letzten fünf Jahre auf ihrem Höchststand. Insgesamt 13,3 Millionen Menschen sind hierzulande von Einkommensarmut betroffen. Die Armutsquote liegt bei 16,1 Prozent.
  • Frauen sind mit 16,7 Prozent etwas häufiger von Armut betroffen als Männer mit 15,6 Prozent.
  • Bei älteren Menschen ist die Situation unvermindert angespannt: Die Armutsquote liegt bei 19,5 Prozent. Damit ist inzwischen etwa jede fünfte Person ab 65 Jahren von Armut betroffen. Der Lebensabend droht zur Armutsfalle zu werden.
  • Ein-Personen-Haushalte und Alleinerziehende zählen zu den am stärksten von Armut betroffenen Haushaltstypen. Mit einer Armutsquote von 30,3 Prozent bei Alleinlebenden und 28,9 Prozent bei Alleinerziehenden ist jeweils rund jede dritte Person in diesen Lebenslagen betroffen.
  • Aktuelle Vorschläge der Regierung zum Sozialabbau (z. B. bei Wohngeld und Unterhaltsvorschuss) drohen die Armut bei Gruppen, die ohnehin besonders von Armut betroffenen sind, wie ältere Menschen und Alleinerziehende zu verschärfen.
  • Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind erheblich: Während in Bayern etwa jede achte Person von Armut betroffen ist, gilt dies in Sachsen-Anhalt für mehr als jede fünfte Person. In Bremen lebt sogar mehr als jede vierte Person in Armut.
  • 4,6 Millionen Personen leben in erheblicher materieller Entbehrung. Darunter etwa 1 Million minderjährige Kinder und Jugendliche und 650.000 Altersrentner*innen.

Weitere Informarionen hier >>>

 

Anhänge: