Ltw2026

Paritätischer Sachsen-Anhalt: Drei Positionen zur Landtagswahl 2026

Der Paritätische Sachsen-Anhalt hat sich anlässlich der Landtagswahl 2026 inhaltlich positioniert. Für den Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege gehören die Bekämpfung von Armut, bessere Bedingungen für gute Bildung – vor allem für benachteiligte Kinder und Jugendliche – sowie die zunehmende Überalterung der Bevölkerung zu den aktuell wichtigsten Herausforderungen.

Sachsen-Anhalt steht an einem Scheideweg. Immer mehr Menschen im Land leiden unter Armut. Besonders betroffen sind Kinder, Alleinerziehende und Senioren. Zugleich stehen die sozialen Sicherungssysteme unter Druck: Aktuelle und drohende Einsparungen und Kürzungen stellen die Arbeit sozialer Einrichtungen infrage. Neben den vielen Zehntausenden Beschäftigten in der sozialen Arbeit sind davon auch all diejenigen Menschen unmittelbar betroffen, die heute auf Unterstützung, Förderung und Beratung angewiesen sind.

Dazu Antje Ludwig, Landesgeschäftsführerin des Paritätischen Sachsen-Anhalt: „Wer an der sozialen Infrastruktur spart, riskiert den sozialen Frieden, schwächt die Demokratie und verschärft bestehende Fachkräfte- sowie Standortprobleme. Sozialpolitik ist deshalb auch Wirtschafts-, Sicherheits- und Demokratiepolitik. Sie kann ein Stabilisierungsprogramm für eine Gesellschaft sein. Doch wer jetzt kürzt, zahlt morgen womöglich doppelt – in Form von sozial gespaltenen Städten, leeren Dörfern und wachsender Politikverdrossenheit.“

Auf seiner Mitgliederversammlung 2025 hat der Paritätische Sachsen-Anhalt deshalb drei Positionen zu den Themen „Armut bekämpfen„, „Bildungsgerechtigkeit herstellen“ und „Gutes Altern ermöglichen“ vorgelegt. In ihnen fordert der Verband die Landesregierung dazu auf, den Ausbau der sozialen Infrastruktur zur Pflichtaufgabe zu machen, Daseinsvorsorge verlässlich zu finanzieren und verbindliche Programme gegen Kinder- und Altersarmut aufzulegen. Nötig sind ressortübergreifende Strategien, die Stadt und Land gleichermaßen erreichen.  

Armut bekämpfen

Armut ist ein strukturelles Problem. Sie entwürdigt, fördert soziale Ausgrenzung, und gefährdet den sozialen Frieden. Die Menschen in Sachsen-Anhalt sind besonders häufig von Armut und Armutsgefährdung betroffen – und das über alle Altersgruppen hinweg. Deshalb braucht es eine politische Gesamtstrategie, die Armut bekämpft und soziale Teilhabe für alle ermöglicht – unabhängig von Wohnort, Herkunft oder Einkommen.

Bildungsgerechtigkeit herstellen

Eine gute Bildung ist entscheidend, um der Armutsfalle zu entkommen. Doch gerade Kinder aus benachteiligten Verhältnissen haben weniger Chancen auf einen guten Schulabschluss, eine passende Ausbildung oder gar ein Studium. Das bedeutet: Wer schon als Kind arm ist, bleibt auch als Erwachsener arm. Gute Bildung und wirksame Förderung darf nicht vom Einkommen der Eltern abhängen.

Gutes Altern ermöglichen

In Würde altern zu können ist auch eine Gerechtigkeitsfrage. Doch die Bevölkerung in Sachsen-Anhalt schrumpft und altert rasant. Dies wird starke Auswirkungen auf die Rahmenbedingungen für das Leben im Alter haben, besonders im ländlichen Raum. Gutes Altern braucht bezahlbare und erreichbare Pflege, Gesundheitsversorgung, Mobilität, Nahversorgung und digitale Teilhabe.

Die Positionspapiere des Paritätischen Sachsen-Anhalt stehen ab sofort zum Download bereit. Der Paritätische lädt Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft ein, die Vorschläge aufzugreifen und in konkrete Beschlüsse zu überführen: Für ein gerechtes, solidarisches und zukunftsfähiges Sachsen-Anhalt. Jetzt handeln!

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