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Gemeinsam am Ball - ein Erfolgsprojekt der Kinder- und Jugendhilfe von Parität und SCM

Zehn Jahre Tour für Vielfalt. Ein Beispiel dafür, was Kinder- und Jugendhilfe leisten kann.

Manchmal beginnt Teilhabe mit etwas ganz Einfachem: einem Trikot, einem Ball, einem Bus, der einen abholt. Seit zehn Jahren zeigt eine Partnerschaft in Sachsen-Anhalt, wie viel Kraft in solchen Momenten steckt – die „Tour für Vielfalt“ des Paritätischen Sachsen-Anhalt mit den Handballern des SC Magdeburg.

Was als sportliche Kooperation begann, ist längst mehr geworden: ein gelebtes Beispiel dafür, was gute Kinder- und Jugendhilfe im Kern ausmacht. Es geht nicht nur um Handball. Es geht darum, jungen Menschen – ganz gleich, woher sie kommen, mit welchen Beeinträchtigungen oder unter welchen Bedingungen sie aufwachsen – das Gefühl zu geben, dass sie dazugehören. Dass jemand sie sieht. Dass für sie extra ein Bus losfährt, ein Training organisiert wird, eine Halle offensteht.

In den vergangenen zehn Jahren sind so unzählige Begegnungen entstanden: in Gardelegen und Gernrode, in Burg und Pretzsch, in Halle, Zeitz und Magdeburg – überall dort, wo junge Menschen sind. Wer dabei war, kennt diese Momente: wie aus anfänglicher Zurückhaltung pure Neugier wird, wie ein Kind zum ersten Mal einen Ball fängt und strahlt, als hätte es gerade die Welt gewonnen. Diese unverstellte Offenheit, dieses ehrliche Staunen und die Dankbarkeit in den Gesichtern der Kinder – mit oder ohne Beeinträchtigung – berühren selbst gestandene Profisportler so sehr, dass sich der eine oder andere SCM-Spieler so unauffällig wie möglich kurz mal über die Augen wischen muss. Es sind diese Sekunden, die bleiben – länger als jedes Ergebnis, jeder Autogrammwunsch.

 

Auch die Corona-Pandemie konnte diesem Engagement nichts anhaben: Als Trainingshallen schlossen, wurde die Idee kurzerhand digital weitergedacht. Fast 70 Einrichtungen beteiligten sich an einer Challenge zum Thema Menschenrechte – ein kleines, aber eindrückliches Zeichen dafür, dass sich soziale Arbeit auch unter widrigsten Umständen nicht aufhalten lässt.

Seit dem Neustart 2023 kommen die Kinder und Jugendlichen selbst nach Magdeburg – abgeholt mit dem echten SCM-Bus, aus ganz Sachsen-Anhalt. Zuletzt waren es Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule Niederndodeleben, für die sich ihr Schulsozialarbeiter beworben hatte. Er brachte es in seiner Bewerbung auf den Punkt: „Sport an der Schule sei mehr als Bewegung – er sei ein Lernfeld für Teamgeist, Durchhaltevermögen, Verantwortung und Persönlichkeitsentwicklung.

Genau das ist der Kern dessen, wofür Kinder- und Jugendhilfe in Sachsen-Anhalt jeden Tag steht: Räume schaffen, in denen junge Menschen wachsen können. Nicht abstrakt, sondern ganz konkret – auf dem Spielfeld, in der Schulsozialarbeit, in tausenden Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege im Land. Es sind Geschichten wie diese, die zeigen, dass Investitionen in Kinder und Jugendliche keine Kür sind, sondern die Grundlage für eine Gesellschaft, in der niemand zurückbleibt.

Ein Beispiel von vielen. Und ein gutes Argument dafür, warum diese Arbeit es verdient, gesehen und unterstützt zu werden.

© Jesko Döring