Wohin mit den Alten? Kommunen und Kreise in Sachsen-Anhalt brauchen einen Masterplan für die Seniorenpolitik
Wo wohnen wir und wer pflegt uns, wenn wir alt sind? Diese Frage stellt der PARITÄTISCHE Sachsen-Anhalt, zusammen mit dem Landkreis Harz, dem Landkreistag und dem Städte- und Gemeindebund, laut und deutlich am 3. November in Halberstadt. Auf dem Kongress „Alte leben länger – aber wie und wo?“ sollen Antworten gefunden werden, wie Land, Kreise, Städte und Gemeinden mit dem Problem der immer älter werdenden Bevölkerung umgehen können.
Sachsen-Anhalt hat seit 1990 knapp eine Halbe Millionen Einwohner verloren – das sind so viele Menschen, wie in Halle und Magdeburg leben. Das hat auch die Altersstruktur erheblich verändert. In 15 Jahren (2025) werden landesweit knapp ein Drittel über 60 Jahre alt sein und die Zahl der über 85-jährigen wird sich bis dahin verdoppeln. Ein Alter, in dem Beratung und Pflege eine große Bedeutung hat. Schon heute ist jeder 30. zwischen Arendsee und Zeitz pflegebedürftig. Experten rechnen in den nächsten zehn Jahren mit einer weiteren Steigerung von über 15 Prozent. Wie und wo sollen daher Senioren in Würde Ihr Alter genießen? Und welche Begleitung und Unterstützung ist dafür bereitzustellen?
Das Land ist mit Pflegeheimen gut ausgestattet. Aber nicht jeder will oder muss dort leben. Die Aufgabe heißt daher: Älter werden im Quartier, im Wohlumfeld, in einer lebendigen Nachbarschaft.
Deshalb stehen am 3. November in Halberstadt besondere Konzepte im Fokus, die ein Älterwerden in den eigenen vier Wänden ermöglichen.
Politik für ältere Menschen muss mehr als kommunale Altenpolitik sein. Sie muss fach- und ressortübergreifend die Lebensbedingungen und die Infrastruktur in den Kommunen so gestalten, dass Menschen so lange wie möglich ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben führen können. „Gerade die Kommunen müssen zusammen mit engagierten Trägern an eben solchen Konzepten arbeiten. Und zwar jetzt!“ sagt Dr. Eberhard Jüttner, Vorsitzender des PARITÄTISCHEN Sachsen-Anhalt. „Wir brauchen gute, ambulante, quartiersbezogene Pflege in Netzwerken“, ist sich Jüttner sicher. Auch das zur Zeit „rote Tuch“ der Pflegestützpunkte wäre ein Baustein dieser Netzwerke und einer sinnvollen kommunalen Seniorenpolitik.
Vorreiter für clevere und bezahlbare Seniorenpolitik sind die Stadt Coburg und der Kreis Siegen-Wittgenstein. Dort ist die Seniorenpolitik ein fest verankerter Bestandteil der kommunalen Planung. Weil langfristige Strategien in Sachen Beratung, Unterbringung und Versorgung greifen, sparen Stadt und Kreis zudem auch Geld.
„Noch bleibt Zeit, dass sich Landkreise und Oberzentren auf die kommenden demografischen Veränderungen einstellen“, weiß Jüttner Sachsen-Anhalt muss sich noch besser auf das Thema vorbereiten – und zwar auf allen Ebenen. Der PARITÄTISCHE möchte das ändern und ist auch bereit, koordinierend zu Seite zu stehen. „Wir müssen die Lebensräume zum Älterwerden aufbauen und gestalten. Hierzu bedarf es aller Akteure und Engagierten“, so Eberhard Jüttner. „Unser Wohlverbandsverband ist bereit, die Lücke in den gesetzlich vorgeschriebenen Abstimmungsgesprächen des Sozialministeriums mit den Kreisen und Städten zu schließen, z.B. durch regionale Pflegekonferenzen. Der Fachkongress in Halberstadt ist ein erstes Angebot des PARITÄTISCHEN.
Flyer zur Veranstaltung
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Für Rückfragen:
Dr. Oliver Zobel
Grundsatzreferent Altenhilfe, Gesundheit und Selbsthilfe
Telefon: 0391-6293336
e-mail: ozobel@mdlv.paritaet.org

