Selbsthilfestrukturen nicht zum Nulltarif - PARITÄTISCHER Sachsen-Anhalt fordert Fortsetzung der Landesförderung der Selbsthilfekontakstellen
Seit 2007 fördert das Land Sachsen-Anhalt anteilig die Personalkosten der Selbsthilfekontaktstellen mit dem Ziel, verlässliche und dauerhafte Ansprechpartner in allen Landesteilen zu etablieren. Das ist gelungen. In Sachsen-Anhalt existieren inzwischen 14 Selbsthilfekontaktstellen für rund 900 Selbsthilfegruppen im Gesundheitsbereich und 300 im sozialen Bereich. Betroffene und Engagierte kümmern sich dort um chronisch Kranke oder alleinlebende Menschen. Die dafür notwendige Unterstützung durch die Mitarbeiterinnen der Selbsthilfekontaktstellen funktioniert und ist von großem Vertrauen geprägt.
Mit den Plänen des Landes, die Personalkostenförderung der Selbsthilfekontaktstellen zu streichen, droht das Aus für viele der für die Selbsthilfeunterstützung unverzichtbaren Kontaktstellen und somit auch für viele Selbsthilfegruppen. Der PARITÄTISCHE Sachsen-Anhalt fordert daher die Fortsetzung der Landesförderung, um einen Zusammenbruch der geschaffenen Strukturen zu verhindern und eine Unterstützung der Selbsthilfe im Land Sachsen-Anhalt weiter zu gewährleisten.
Wie wichtig die Selbsthilfekontaktstellen für die Aufrechterhaltung einer funktionierenden Selbsthilfelandschaft sind, bestätigten Experten und Selbsthilfeakteure im Rahmen einer Veranstaltung des PARITÄTISCHEN Sachsen-Anhalt am 21. Oktober in Halle (Saale) und appelierten an die anwesenden Mitglieder des Sozialausschusses des Landtages, eine Streichung der Landesförderung zu verhindern.
Prof. Dr. W. Slesina (Martin Luther Universität Halle) beschrieb Selbsthilfekontaktstellen für die Selbsthilfebewegung als die Entdeckung des letzten Jahrhunderts und als Keim, um den die Selbsthilfe entsteht. Ähnlich argumentierte Tobias Kogge (Beigeordneter der Stadt Halle, Dezernat Jugend, Schule, Soziales und kulturelle Bildung), der das Land aufrief, auf den Erhalt von Strukturen zu setzen und diese weiter zu fördern. Dr. Oliver Zobel (PARITÄTISCHER Sachsen-Anhalt) beschrieb die Landesförderung der Selbsthilfekontaktstellen als wichtigen und integralen Bestandteil der Selbsthilfeförderung und forderte die anwesenden Akteure dazu auf, die Förderung der Selbsthilfekontaktstellen als Gemeinschaftsaufgabe zu begreifen, der sich auch die Kommunen und das Land stellen müssen.
Die anwesenden Mitglieder des Sozialausschusses des Landes Sachsen-Anhalt sagten zu, im Rahmen der Haushaltsberatungen nach Lösungen für eine Fortführung der Landesförderung zu suchen und zum Thema weiter im Dialog zu bleiben.
Beispiele für das von einer hohen gesellschaftlichen Relevanz zeugende Medieninteresse an der Thematik, sind dem unten stehenden Pressespiegel zu entnehmen.
Für Rückfragen:
Antje Ludwig
Referentin Vorstand/Geschäftsführung
Telefon: 0391- 6293 505
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e-mail: aludwig@mdlv.paritaet.org
Pressespiegel

Artikel Mitteldeutsche Zeitung vom 22.10.2009

Artikel Volksstimme vom 22.10.2009

TV-Beitrag Sachsen-Anhalt heute vom 21.10.2009

Pressemitteilung des PARITÄTISCHEN Sachsen-Anhalt zur Veranstaltung

