LIKO - Landesintervention und Koordination bei häuslicher Gewalt und Stalking

1999 hat die Bundesregierung einen „Aktionsplan zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen“ vorgelegt, um wirkungsvoll und nachhaltig gegen Gewalt vorzugehen. Damit lag das erste bundesweit einheitliche Konzept zur Gewaltbekämpfung in engeren sozialen Beziehungen vor. Die Landesregierung Sachsen-Anhalts folgte 2001 mit einem Landesprogramm zur Bekämpfung von Gewalt an Kindern und Frauen, um auf Landesebene die Aktionen des Bundes zu stärken. Im Rahmen eines Modellprojektes von 2001-2004 wurde das Interventionsprojekt zur Verbesserung der gezielten Intervention im Raum Halle geschaffen. Hier entstand eine Netzwerkstruktur zur gezielten Opferberatung und -vermittlung.

Durch das Modellprojekt  entwickelte sich eine überregionale Vernetzung zum Thema und es entstanden vier Interventionsstellen (Halle, Magdeburg, Dessau, Stendal), die der direkten Opferberatung zum Gewaltschutzgesetz dienen. Der Landesaktionsplan wurde evaluiert und im Ergebnis wurde zum 1. Juli 2006 die Stelle der Landesintervention und -koordination bei häuslicher Gewalt und Stalking (LIKO) beim Paritätischen Sachsen-Anhalt geschaffen. 

Die Koordinierungsstelle dient der trägerübergreifenden Vernetzung und Optimierung der Interventionsarbeit zur Bekämpfung der Gewalt in engen sozialen Beziehungen. Sie zielt darauf ab, bestehende Interventionspartner miteinander zu vernetzen und neue Partner aus den Bereichen Erziehung und Bildung, Justiz und Polizei, Wissenschaft sowie Politik zu gewinnen, um einen landesweiten Informationsaustausch und die Initiierung von Präventionsprojekten zu ermöglichen. Darüber hinaus wird die Interventionsarbeit durch konzeptionelle Arbeit und Recherchetätigkeiten, Informationssammlung und -verteilung, die Konzipierung von Fortbildungsmaßnahmen, Fach- und Informationsveranstaltungen und durch Interessenvertretung direkt unterstützt.

Zu den Aufgaben der Landesintervention und -koordination gehören:

  • die Entwicklung neuer Interventionsstrategien und Konzepte sowie die Erschließung neue Aufgabenfelder,
  • die Organisation und Ausgestaltung landesweiter Kooperationen mit der Landesverwaltung, Landespolitik, Landesarbeitsgemeinschaften und regionalen Kooperationsbündnissen,
  • Problemanalysen regionaler und landesweiter Entwicklungen,
  • eine landesweite Öffentlichkeitsarbeit,
  • eine landesweite Fortbildungsarbeit und
  • die bundesweite und internationale Vernetzung.

Im Mai 2008 initiierte LIKO die Gründung des landesweiten Netzwerks für ein Leben ohne Gewalt. Das Netzwerk setzt sich zusammen aus den Landesarbeitsgemeinschaften der Frauenzentren und Frauenhäuser, der Interventionsstellen, der Beratungsstellen für Opfer sexualisierter Gewalt, sowie der Beratungsstelle ProMann, der VERA-Fachstelle gegen Frauenhandel und Zwangsverheiratung und dem Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt e.V.  Unterstützt wird es von den Gleichstellungsbeauftragten. Dieses Vernetzungsgremium festigt u.a. durch regelmäßige Diskussionen und Facharbeiten den Opferschutz in Sachsen-Anhalt.

Anke Weinreich

Koordinatorin LIKO

Telefon   0391 | 62 93 523
E-Mail    liko(at)paritaet-lsa.de