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In Mansfeld-Südharz beginnt die Zukunft jetzt - Tagungsdokumentation "Region im Wandel"

Die Region Mansfeld-Südharz hat sich seit der Wende stark verändert und der demografische Wandel ist an unterschiedlichen Faktoren wie Weggang von jungen Menschen, geringe Geburtenrate, Arbeitslosigkeit und Bildungsarmut, hohe Schulabbrecherquote und wenig Zukunftsperspektive für benachteiligte junge Menschen zu spüren. Trotzdem sollte der Wandel nicht als Sackgasse betrachtet werden.

Um diese Chance zu nutzen, hatte die PARITÄTISCHE Regionalstelle Mitte in Kooperation mit dem PARITÄTISCHEN Jugendwerk zur  Zukunftstagung am 23. Juni 2011 ins Kloster Helfta in die Lutherstadt Eisleben eingeladen. Unter dem Titel „Region im Wandel - Zukunft beginnt (jetzt) hier“  wurden Ideen und Erfahrungen ausgetauscht, wie junge Menschen mit Benachteiligung auf ihrem Weg in das Berufsleben unterstützt und sie selbst ihre Berufschancen steigern können. Das Stichwort heißt „kommunale Bildungslandschaft“, was bedeutet, dass alle am Prozess Beteiligten in freiwilligen Netzwerken zusammen arbeiten. In dieser Art Netzwerk sind die pädagogischen Fachkräfte in Schulen, Horten, Berufsschulen und der Jugendhilfe ebenso gefragt wie das Jungend- und Schulamt. Aber auch Berufsausbildung und Unternehmen, Kammern und die Agentur für Arbeit sind wichtige Partner. Durch gegenseitige Information, gemeinsame Ziele und Fortbildung gelingt es, institutionelle Grenzen zu überspringen und gemeinsam Ideen für die Region zu entwickeln.

Dr. Jörg Fischer von der Friedrich-Schiller-Universität Jena informierte über Kommunale Bildungslandschaften und stellte die Erfahrungen aus dem  Netzwerk Jena Lobeda vor.  Freiwilligkeit in der Zusammenarbeit der Beteiligten aus den unterschiedlichen Systemen und Mut zum unkonventionellen Denken seien gefragt, um wertvolle Ressourcen und Mittel sinnvoll einzusetzen. Die im Landkreis neu geschaffene Projektstelle Übergangsmanagement Perspektive Berufsabschluss, gefördert von ESF,  Bund und Landkreis, ist ein Schritt in die richtige Richtung, die alle Akteure zusammenbringt, um jungen Menschen den Weg in eine Ausbildung oder das Berufsleben zu ermöglichen. Eine enge kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Schule, Schulsozialarbeit, Arbeitsagentur und Firmen gehört dazu. Jugendamtsleiter Sven Vogler und Frank Schröpfer, Bereichsleiter der Arbeitsagentur werden den Vernetzungswillen im Landkreis unterstützen.

Junge Menschen lernen an allen Lebensorten, nicht nur durch schulisches Lernen. Das macht sich z.B. die Produktionsschule aus Leipzig zunutze. Schulleiter Tobias Schmidt stellte diese pädagogisch gestaltete Lerngemeinschaft junger Menschen vor. Sie hat das Ziel, junge Menschen nachhaltig im Arbeitsalltag zu qualifizieren und sozial zu integrieren. Damit baut das Projekt eine Brücke zwischen Jugendhilfe, Schule und Arbeitsleben.

In den Workshops kam es zu einem intensiven Austausch, wie die Systeme besser miteinander kooperieren können. SchulsozialarbeiterInnen erreichen Eltern z.B. mit  Elterncafés, wo LehrerInnen und Eltern ins Gespräch kommen und sich daraus eine Zusammenarbeit entwickelt. Unternehmerfrühstück und Berufsorientierungsmesse im Berufsbildungszentrum sind ebenfalls gute Möglichkeiten, die Vielfalt der Ausbildungsmöglichkeiten darzustellen und die Partner zusammen zu bringen.

In der Podiumsdiskussion stellte sich auch der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion André Schröder den Fragen. Er  lobte den Ansatz der Tagung und betonte, dass es wichtig ist, alle jungen Menschen mitzunehmen, um ihnen die Chance auf einen Schulabschluss zu geben. Trotz schwieriger Haushaltslage müssen Beratungsangebote für Bürger und Mittelstand im Focus stehen. Unter einer guten Landespolitik verstehe er eine gute Bevölkerungspolitik.

Dank der Förderung durch Mittel des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend konnte der PARITÄTISCHE Sachsen-Anhalt mit dieser landesweiten Tagung die Akteure aus Schule, Jugendhilfe, Jugendberufshilfe, Arbeitsagentur, Jobcentern, Jugendämtern und Politik  an einen Tisch bringen und den Austausch ermöglichen. Wir haben damit einen Anstoß zur Vernetzung hin zu kommunalen Bildungslandschaften gegeben. Die TagungsteilnehmerInnen waren sich einig, dass es viele und unkonventionelle Ideen braucht, um allen jungen Menschen eine Chance auf eine gute Bildung und  berufliche Teilhabe zu ermöglichen.


Die Powerpoint-Präsentationen stehen als pdf-Datei zum Download bereit.