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Einfach für alle! Gemeinsam für ein barrierefreies Magdeburg

Menschen mit und ohne Behinderung haben sich am 10. Mai 2016 gemeinsam mit dem PARITÄTISCHEN in Magdeburg auf den Weg gemacht, um bei einer Sternfahrt mit Fotosafari die Barrierefreiheit der Landeshauptstadt Magdeburg zu erkunden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Laut Einschätzung aller Beteiligten zeigt die Tendenz eindeutig in Richtung grün und es gab viel Lob für die zahlreichen barrierefreien Straßenbahnstationen, zumeist freundliche FahrerInnen, die das Anlegen einer Rampe anbieten, zahlreiche und saubere Behindertentoiletten im Stadtgebiet, Blindenleitsysteme an Ampeln und für  PolizistInnen in Magdeburg, die sich verständnisvoll gegenüber Menschen mit psychischen Krankheiten zeigen.

Foto_Einfach für alle! Gemeinsam für ein barrierefreies Magdeburg

Die TeilnehmerInnen haben an unterschiedlichen Orten (MDCC-Arena, Magdeburger Zoo und Innenstadt) die Barrierefreiheit und die barrierefreie Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs erkundet. Begleitet wurden sie von KommunalpolitikerInnen sowie MitarbeiterInnen des Gesundheitsamtes und des Stadtplanungsamtes.

Im Rathaus tauschten die TeilnehmerInnen ihre Erfahrungen aus und trugen positive und negative Beispiele zusammen. Der Offene Kanal Magdeburg begleitete die Tandems, die je aus einem Menschen mit und ohne Behinderung gebildet waren.

Was braucht´s am dringendsten in MD?

  • selbst ansagende Straßenbahn, damit blinde Menschen wissen, dass eine Straßenbahn in die Haltestelle einfährt und welche es ist,
  • „Sprechende“ Ampeln im gesamten Stadtgebiet, die signalisieren, wann man die Straße betreten kann,
  • breitere Gehwege, um hörbehinderten Menschen, die sehr häufig  Gleichgewichtsprobleme haben, einen sicheren Fußweg zu ermöglichen,
  • Beschilderung in leichter Sprache und Piktogramme, die ein Mensch mit geistiger Behinderung gut verstehen kann,
  • Sitzgelegenheiten z.B. im Zoo, in Parks und auf unseren Straßen und Plätzen, die allen Bürgerinnen zu Gute kommen und ein kurze Verschnaufpause möglich machen?

Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die die Barrierefreiheit behindern wie z.B. ein Papierkorb am Laternenmast, den der Sehbehinderte mit seinem Stock kaum erspüren kann oder ein Begrenzungsbalken im Zoo, der sich für die RollstuhlfahrerIn genau in Augenhöhe befindet. Auch Unachtsamkeit oder Gedankenlosigkeit sieht man, z.B. am Hasselbachplatz, wo die Fußwege durch die Gaststätten-Sitzflächen geschmälert sind und trotzdem Werbeaufsteller, Müllcontainer oder Fahrräder auf dem verbleibenden schmalen Weg stehen.

Und was bedeutet Barrierefreiheit für Menschen mit psychischen Krankheiten? Ein Betroffener hatte den Mut über seine Ängste zu sprechen, die ihn oft daran hindern, unter Menschen zu gehen. In solchen Phasen braucht er Verständnis von seinen Mitmenschen aber eben auch von den MitarbeiterInnen des Job-Centers oder des Sozialamtes und eine eventuellen Hausbesuch. 

Die TeilnehmerInnen nutzten die einmalige Chance des individuellen, vertrauensvollen Austausches, des aufeinander Zugehens. Der rege Austausch hat beiden Seiten wahrlich die Augen für die Bedarfe des jeweils Anderen geöffnet. „So hab ich das noch nie gesehen“ oder „das wusste ich nicht“ oder „das geht ja gar nicht“ war aus den Tandems und im Diskussionsforum zu hören und es gab zahlreiche Vorschläge zur Verbesserung der Barrierefreiheit.

Um die Forderungen der UN-Konvention zu erfüllen und Menschen mit Behinderung gleichberechtigt am Leben teilhaben zu lassen, braucht es noch viele Anstrengungen und zielgerichtetes Handeln. Einerseits braucht es Aufmerksamkeit und Sensibilität von den BürgerInnen der Stadt und der Verwaltung. Andererseits müssen Menschen mit Behinderung ihre demokratischen Rechte wahrnehmen und sich in politische Gremien wie z.B. Ausschüsse des Stadtrates, Bürgersprechstunden und die AG Menschen mit Behinderung einbringen. Der PARITÄTISCHE, die Behindertenverbände und der Behindertenbeauftragte der Landeshauptstadt werden dabei aktiv unterstützen. Im Ergebnis der Veranstaltung werden Handlungsempfehlungen erstellt und dem Oberbürgermeister und dem Stadtrat überreicht.

Diese Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Dr. Lutz Trümper, war ein Beitrag zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung und wurde durch Aktion Mensch e.V. unterstützt. Sie war eine Gemeinschaftsaktion des PARITÄTISCHEN Sachsen-Anhalt mit seinen Mitgliedsorganisationen und Partnern Allgemeiner Behindertenverband in Sachsen-Anhalt e.V., Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen-Anhalt e.V., Der Weg e.V., Lebenshilfe Sachsen-Anhalt e.V., VBU e.V., Landeshauptstadt Magdeburg und Freiwilligenagentur Magdeburg

Gabriele Haberland
Regionalleiterin des PARITÄTISCHEN Sachsen-Anhalt

 

Bildergalerie_Einfach für alle! Gemeinsam für ein barrierefreies Magdeburg

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