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Armut war gestern? Wir schaffen das!? Ergebnisse der Tagung

Ergebnisse der Tagung des Landesverbandes mit dem Familienhaus Magdeburg am 17. Februar 2016

Im Vorfeld der Landtagswahlen im März 2016 hatte der PARITÄTISCHE, gemeinsam mit dem Familienhaus Magdeburg, am 17. Februar 2016 landesweit tätige Mitgliedsorganisationen und Kandidat*innen, die sich zur Wahl stellen, zu einem Diskurs eingeladen.  Im Mittelpunkt der Fachveranstaltung, an der zahlreiche Fachleute mitgewirkt haben, stand die Frage, ob „Armut“ noch im öffentlichen Bewusstsein präsent ist bzw. im Focus politischen Handelns steht.

Der PARITÄTISCHE in Sachsen- Anhalt hat das Thema seit vielen Jahren auf der Agenda. Die Erfahrungen aus der unmittelbaren sozialen Arbeit in den Regionen und Sozialräumen zeigen deutlich auf, dass es nach wie vor eine hohe Armutsgefährdung bei bestimmten Zielgruppen gibt, die sich auch teilweise über Generationen verfestigt hat und dass insbesondere die Bevölkerung in strukturschwachen Regionen von Armut betroffen ist.

In seinem Impulsvortrag „Kampf um die Armut“ ging der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes, Dr. Ulrich Schneider, auf die derzeitige Gesamtsituation in Deutschland ein und klagte insbesondere die Ignoranz der Politik zu diesem Thema an. Er wies darauf hin, dass es durch Armut eine systematische Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsgruppen aus unserer Gesellschaft gebe und sich diese Situation in den letzten Jahren verschlechtert habe. Eine Lösung wäre die bereits seit vielen Jahren geforderte Änderung in der Steuer- und Finanzpolitik- ein tatsächliches „Um-Fair-teilen“. 

 

 

 

 

 

 

Dr. Britta Krause, Referentin im Sozialministerium, stellte die zentralen Ergebnisse des Armuts- und Reichtumsberichtes des Landes von 2015 vor, der einen besonderen Focus auf die intergenerationale Armut und die regionale Verteilung gelegt hat. Insbesondere die Landkreise Mansfeld- Südharz, Wittenberg und Anhalt- Bitterfeld zeigen hohe Quoten auf.

Gefährdungsgruppe seien Alleinerziehende und Familien mit Migrationshintergrund. Diese seien u.a. auf zu geringe Bildungs- und Formalabschlüsse zurückzuführen und die damit verbundenen schlechteren Chancen auf auskömmliche Erwerbstätigkeit.        

„Denkanstöße“ gab es anschließend aus den unterschiedlichen Handlungsfeldern des PARITÄTISCHEN und aus den Perspektiven der betreuten Menschen:
•    Armutsgefährdung, weil man jung ist?  – Siegfried Hutsch, Jugendhilfereferent
•    Neu angekommen und von Armut bedroht ?- Mamad Mohamad, LAMSA    
•    Junge Familien und Alleinerziehende? – Marina Wölk, Familienhaus
•    Gefährdung bei Menschen mit Beeinträchtigungen?- Waltraut Wolf, LV Lebenshilfe

Diese sehr beeindruckenden Einblicke in die Lebenswelt von Menschen, die in einer mitunter dauerhaften Gefährdung von Armut leben, waren die Grundlage für die anschließenden „Tischgespräche“ der Teilnehmer*innen. Diese Diskussionen griffen nicht nur die Ursachen und Erscheinungsformen von Armut auf, es wurden in erster Linie auch Interventions- und Handlungsmöglichkeiten besprochen und dabei auch „best practice“ Beispiele aufgezeigt.

In der abschließenden Podiumsrunde befragte die Landesgeschäftsführerin, Dr. Gabriele Girke, die Kandidat*innen zur Landtagswahl: Petra Grimm- Benne(SPD), Sabine Dierlich (LINKE), Cornelia Lüddemann (Grüne) und Lydia Hüskens(FDP) nach den Maßnahmen ihrer Parteien zu Armutsbekämpfung.
Alle waren sich einig, dass Armut nach vor ein wichtiges Thema ist, weil es Teilhabechancen und damit auch die Lebensperspektiven einschränkt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Der aktuelle Armutsbericht des Gesamtverbandes 2016 gibt vertiefende Einblicke unter www.der paritätische/armutsbericht.de.  
Eine Dokumentation der Tagung „Armut war gestern“ erscheint in der nächsten Zeit.

Ansprechpartnerin:
Antje Ludwig    
Referentin Vorstand/Landesgeschäftsführung
aludwig@paritaet-lsa.de

Hier finden Sie noch einmal alle Bilder zur Veranstaltung:
(mit Klick auf ein Bild öffnet sich die Galerie)