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Inanspruchnahme von Selbsthilfekontaktstellen auf gleichbleibend hohen Niveau

Mit über 8000 telefonischen Kontakten und über 8700 schriftlichen Anfragen war die Inanspruchnahme der Selbsthilfekontaktstellen in etwa gleich hoch wie im Vorjahr. Dies belegt, dass die Selbsthilfekontaktstellen als kompetenter Ansprechpartner in Fragen rund um die gesundheitsbezogene und soziale Selbsthilfe wahrgenommen werden.

Die über 6600 persönlichen Kontakte der MitarbeiterInnen der insgesamt 14 Selbsthilfekontaktstellen im Land Sachsen-Anhalt sind ebenfalls ein Beleg für die gute Vernetzung mit anderen Akteuren im Gesundheitssystem. Zahlreiche Begegnungen ergeben sich aus Beratungen in den eigenen Räumlichkeiten. Auch über die Teilnahme an Patientenforen, Messen und Tagen der offenen Tür werden hilfreiche Kontakte mit selbsthilfeinteressierten Personen geknüpft.

Die hauptamtlich tätigen Beraterinnen organisieren außerdem selbst Veranstaltungen für die Selbsthilfegruppen. Hierfür werden Fachthemen bedarfsorientiert ausgewählt und besonders in den Flächenlandkreisen an unterschiedlichen Orten durchgeführt. Das mobile Arbeiten schätzen die Gruppen mit vorrangig älteren Mitgliedern sehr. Beispielhaft genannt seien hier Seminare zu Themen wie „Umgang mit Konflikten in der Gruppe“ oder „Patientenrechte“.

In Sachsen-Anhalt existieren etwa 1200 Selbsthilfegruppen von A wie Angehörige von Alzheimerpatienten bis Z wie Zwanghafte Störungen. Besonders viele Gruppen gibt es für Diagnosen wie Diabetes, Osteoporose, Rheuma, Krebs, Depressionen und Suchterkrankungen. Aber auch Personen mit sogenannten seltenen Erkrankungen finden sich in Gruppen zusammen und stärken sich gegenseitig. Bei der Initiierung von Gruppenneugründungen unterstützen die Mitarbeiterinnen der Beratungsstellen. Wenn nötig begleiten sie die Gruppen in der Anfangsphase, um den Start zu erleichtern.

Auch jüngere Menschen schätzen den Austausch unter Gleichgesinnten und organisieren gemeinsame Treffen. In welchem Rhythmus und an welchen Örtlichkeiten die Treffen stattfinden, entscheidet jede Gruppe für sich selbst. Für einige Indikationen gibt es bereits altershomogene Gruppen für Menschen zwischen 20 und 40 Jahren. Weitere sollen bei Bedarf noch entstehen. Auch hierbei beraten die MitarbeiterInnen.

Einen Zuwachs an Nachfragen verzeichnen die Selbsthilfekontaktstellen von pflegenden Angehörigen. Insbesondere Familienmitglieder von an Demenz Erkrankten suchen die Unterstützung und Entlastung von ebenfalls Betroffenen. Eine finanzielle Förderung dieser Gruppen ist gesetzlich vorgeschrieben. Leider gehört Sachsen-Anhalt noch immer zu den Ländern, die das Gesetz nicht umsetzen. Und dies bei einer eklatanten Erhöhung der Anzahl der Pflegebedürftigen von 73.029 im Jahr 2003 auf 92.416 im Jahr 2013. Hier besteht dringender Handlungsbedarf!

Grundsätzlich haben Akteure der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe die Möglichkeit Fördermittel von den gesetzlichen Krankenkassen in Anspruch zu nehmen. Selbsthilfegruppen aus dem sozialen Kontext wie z.B. Trauergruppen müssen ohne jede Förderung auskommen, da Sachsen-Anhalt als einziges Bundesland in Deutschland die Förderung der Selbsthilfe seit 2012 aus dem Landeshaushalt komplett gestrichen hat.

Der PARITÄTISCHE unterstützt seit Jahren die Aktivitäten der Selbsthilfe und ist selbst Träger von Kontaktstellen und Dachverband für Landesverbände der Selbsthilfe.

Für Rückfragen wenden Sie sich gern an:
Romy Kauß
Referentin für Gesundheit und Selbsthilfe
Tel.: 0391 – 62 93 511
Mail: rkauss@paritaet-lsa.de