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Schutz vor sexualisierter Gewalt - Modellprojekt „BeSt – Beraten und Stärken“

Bundesweites Modellprojekt 2015 – 2018 zum Schutz von Mädchen und Jungen mit Behinderungen vor sexualisierter Gewalt in Institutionen

Die Mitgliedsorganisation „Wildwasser Magdeburg e.V.“ ist mit ihrer Beratungsstelle seit dem 1. Juli 2015 offiziell eine von bundesweit 10 Fachberatungsstellen, die teilnimmt an einem Bundesmodellprojekt zum Schutz von Mädchen und Jungen mit Beeinträchtigungen vor sexualisierter Gewalt in Institutionen.
Durchgeführt wird das Modellprojekt in Kooperation zwischen der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung e.V. (DGfPI), der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln, Department für Heilpädagogik und Rehabilitation, sowie den 10 kooperierenden Fachstellen mit dem Arbeitsschwerpunkt sexualisierte Gewalt. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Ziel dieses wegweisenden Modellprojektes (auch für Sachsen-Anhalt) ist die gezielte und nachhaltige Verbesserung des Schutzes von Mädchen und Jungen mit Beeinträchtigungen vor sexualisierter Gewalt in Einrichtungen der Behindertenhilfe sowie der Kinder- und Jugendhilfe. Hierzu sollen von 2015 bis 2018 modellhaft in bundesweit 80 - 100 Einrichtungen, in denen Mädchen und Jungen mit Beeinträchtigungen leben und betreut werden, drei zentrale Maßnahmen durchgeführt werden:
•    Implementierung/Optimierung von Kinderschutzkonzepten
•    Sensibilisierung und Qualifizierung von Leitungskräften und Mitarbeiter*innen dieser Einrichtungen zum Thema sexualisierte Gewalt
•    Durchführung und Implementierung von Präventionsveranstaltungen für dort lebende Mädchen und Jungen

Schon im Vorfeld hatte sich die Beratungsstelle des „Wildwasser Magdeburg e.V.“ am Modellprojekt „BuFo – Bundesweite Fortbildungsoffensive 2010-2014“ beteiligt. Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle verfügen daher über umfassende Expertise, Fortbildungen und (Organisations-)Beratung in Bezug auf Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt durch die Implementierung von Schutzkonzepten in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe anzubieten.

Das Angebot „BeSt – Beraten und Stärken“ orientiert sich an den Bedarfen der Einrichtungen. Dabei werden die vorhandenen Kompetenzen und institutionellen Strukturen zur Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt berücksichtigt und bedarfsspezifisch ausgeweitet. Das Modellprojekt stellt in diesem Zusammenhang zwei Fachkräfte pro Fachberatungsstelle. Die Aufgabe der Fachkraft „Organisationsberatung/Fortbildung“ ist die Qualifizierung der Mitarbeiter*innen sowie der Einrichtungsleitungen zum Themenschwerpunkt sexualisierte Gewalt. Zudem sollen die Einrichtungsleitungen dabei beraten und begleitet werden, institutionelle Strukturen zu etablieren, die das Auftreten sexualisierter Gewalt erschweren. Die Aufgabe der Fachkraft „Prävention/Fortbildung“ ist die Durchführung von Präventionsprogrammen für Mädchen und Jungen sowie die begleitende Arbeit mit den Eltern. Weiterhin sollen Mitarbeiter*innen der Einrichtungen qualifiziert werden, die Präventionsprogramme selbstständig durchzuführen.
 
Weiterführende Informationen zu diesem Fortbildungsangebot finden Sie auf den Internetseiten der DGfPI e.V. (www.dgfpi.de) und Wildwasser Magdeburg e.V. (www.wildwasser-magdeburg.de).

„Schutz vor sexualisierter Gewalt in Diensten und Einrichtungen“ - Arbeitshilfe des PARITÄTISCHEN Gesamtverbands

Die 2013 erarbeitete Arbeitshilfe "Schutz vor sexualisierter Gewalt in Diensten und Einrichtungen der Behindertenhilfe, Psychiatrie, Suchthilfe, Straffälligenhilfe, Wohnungslosenhilfe und Selbsthilfe" ergänzt die im Dezember 2010 erschienene Broschüre "Schutz vor sexualisierter Gewalt in Diensten und Einrichtungen der Jugendhilfe" und bezieht sich ausdrücklich auf die weiteren Bereiche Behindertenhilfe, Psychiatrie, Suchthilfe, Straffälligenhilfe, Wohnungslosenhilfe und Selbsthilfe. Mit der vorliegenden Arbeitshilfe, die sich mit dem Thema sexualisierte Gewalt von Mitarbeiter_innen gegenüber Nutzer_innen von Einrichtungen der Behindertenhilfe, Sozialpsychiatrie sowie Einrichtungen und Dienste der Gefährdeten-, Wohnungslosen- und Suchthilfe befasst, greift der PARITÄTISCHE auf die langjährigen Erfahrungen und die Kompetenzen seiner Mitgliedsorganisationen in der Prävention und Intervention zurück. Auch wenn der PARITÄTISCHE und seine Mitgliedsorganisationen sexualisierte Gewalt seit vielen Jahren thematisieren: Die gesellschaftliche Dimension und das Fortdauern sexualisierter Gewalt machen deutlich, wie dringend erforderlich eine dauerhafte Auseinandersetzung mit dem Thema ist: persönlich wie einrichtungsbezogen.

In der Broschüre finden sich Bausteine zur Prävention, Intervention, Antworten auf häufig gestellte Fragen  sowie Hinweise auf weiterführende Literatur. Ziel der vorliegenden Arbeitshilfe ist die Schaffung "sicherer Räume" in Einrichtungen des Paritätischen. Der Paritätische setzt sich dafür ein, die Kultur des Wegschauens und des Verschweigens zu beenden und eine Kultur des Hinschauens und des Ansprechens zu entwickeln. Die Broschüre soll dazu dienen, eine Festlegung nach innen und außen dahingehend vorzunehmen, welche Standards und Maßnahmen der Paritätische von sich und seinen Mitgliedern bundesweit verbindlich verlangt, um junge Menschen vor sexualisierter Gewalt in Einrichtungen und Diensten der Sozialen Arbeit besser zu schützen. Für die Umsetzung dieser Ziele finden Sie in der Arbeitshilfe konkrete Empfehlungen und Hinweise für die Praxis.

Die Arbeitshilfe steht hier als Download zur Verfügung:

Weitere Materialien zum Thema

In diesem Zusammenhang möchten wir nochmals auf Materialien verweisen, die im Rahmen des Projektes „Beratungs- und Koordinierungsstelle für Frauen mit Behinderung“ (2004 bis 2009) des PARITÄTISCHEN Sachsen-Anhalt entwickelt bzw. wurden:  
•    „Nein, das will ich nicht“ Eine Broschüre über sexuelle Gewalt für Frauen mit geistiger Behinderung.(in Kooperation mit Wildwasser-Magdeburg e.V.)
•    „Überlegt handeln im Umgang mit sexueller Gewalt“ Ein Leitfaden für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung.

Bei Fragen zum Bezug der Materialien sowie bei Interesse, bei der Umsetzung von Empfehlungen und Hinweisen in Ihren Einrichtungen, begleitet und unterstützt zu werden, wenden Sie sich bitte an uns.

Für Rückfragen:

Ralf Hattermann
Referat Hilfen für Menschen mit Behinderungen
Telefon: 0391 – 6293 533
Fax: 0391 – 6293 433
e-mail: rhattermann@paritaet-lsa.de