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Personzentrierter Ansatz für Menschen mit Beeinträchtigungen

Die Umsetzung des personzentrierten Ansatzes in Sachsen-Anhalt ist für unseren Verband eines der zentralen fachpolitischen Themen in den nächsten Jahren, auch und insbesondere im Spannungsfeld zur Finanzierung.

Beim personenzentrierten Ansatz geht es darum, mit dem oder der Leistungsberechtigten gemeinsam den individuellen Unterstützungsbedarf festzustellen und dann ein passendes Unterstützungspaket zu organisieren, möglichst im bekannten Lebensumfeld (Sozialraum) und unter möglichst „normalen“ Bedingungen, wie sie für alle Bürger*innen gelten. Soweit die Theorie.

Mit dem jahrelangen ASMK Prozess und dem anstehenden Bundesteilhabegesetz wird von Seiten von Verbänden, Interessensvertretungen und von Menschen mit Beeinträchtigungen die Hoffnung verknüpft, dass die Absichtserklärung der Bundesregierung „Leistungen sollen nicht länger institutionenzentriert, sondern personenzentriert bereit gestellt werden“ gesetzlich verankert und mit entsprechenden Maßnahmen, Verfahren und Instrumenten (und finanziellen Ressourcen) ausgestattet wird. Die Frage, wo die Reise in der (noch) sogenannten Eingliederungshilfe hingeht, stellt sich allerdings nach wie vor, da auch jetzt Mitte des Jahres 2015 noch nicht absehbar ist, was in das Bundesteilhabegesetz wirklich hineinkommt und was nicht.

Unabhängig von den bundesweiten Entwicklungen machen sich in Sachsen-Anhalt Verbände, Leistungserbringer (Einrichtungsträger), Menschen mit Beeinträchtigungen und das Land (Ministerium für Arbeit und Soziales) bereits auf den Weg, der Personzentrierung perspektivisch den Weg zu ebnen.

Dieser Weg wird kein leichter sein, geht es doch um einen radikal veränderten Blick auf Menschen mit Beeinträchtigungen mit ihren individuellen Bedarfen und deren Anspruch auf eine personbezogene Unterstützung, ganz im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK).

 „Kösener Gespräche“ - Teilhabekonferenzen der LIGA-Verbände

Mit den „Kösener Gesprächen“ haben sich auch die LIGA-Verbände seit einigen Jahren auf den Weg gemacht, der bundesweiten Absichtserklärung „Von der Einrichtungszentrierung zur Personzentrierung“ Konturen zu geben. Seit 2012 bringen wir so Vertreter*innen aus Werkstatträten und Bewohner*innenräten als Expert*innen in eigener Sache konsequent mit Vertreter*innen aus den Verbänden und aus dem Ministerium für Arbeit und Soziales zusammen.

Mit dem Fokus auf eine Personzentrierte Unterstützung tragen die „Kösener Gespräche“ dazu bei, das Bewusstsein für eine gleichberechtigte Anerkennung von Menschen mit Beeinträchtigungen zu schärfen. Dabei geht es im Besonderen darum, die Interaktion und Kommunikation auf Augenhöhe weiter zu stärken.

 Die „Kösener Gespräche“ sind Ausgangspunkt und Grundlage für weitere Schritte der Bewusstseinsbildung im Sinne der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Sachsen-Anhalt. In diesem Jahr werden die „Kösener Gespräche“ erstmalig konsequent von den LIGA-Verbänden (Fachausschuss Behindertenhilfe) und dem Land (Ministerium für Arbeit und Soziales) gemeinsam geplant, finanziert und im September 2015 durchgeführt.

Eine Basis für weitere Entwicklungsschritte in Sachsen-Anhalt stellt das „Eck-Punkte-Papier der Personen-Zentrierten Leistungen für Menschen mit Behinderungen in Sachsen-Anhalt“ dar. Dieses Papier in einfacher Sprache ist ein Ergebnis der „Kösener Gespräche“ 2013.

Rückblick: Artikel zum Thema Personzentrierung im PARITÄTISCHEN Rundbrief "Blickpunkte"

Der PARITÄTISCHE hat sich im Kontext der „Finanzierung sozialer Arbeit“ in seinem Rundbrief BLICKPUNKTE 01/2014 mit dem Personzentrierten Ansatz auseinandergesetzt. Weiterführende Informationen finden Sie in dem Artikel, der hier zum Download zur Verfügung steht.