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"Nicht alle Tassen im Schrank? NA UND!?"

Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband, Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. hat im Rahmen des Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung 2013 sein geplantes und durch Aktion Mensch gefördertes Projekt „Nicht alle Tassen im Schrank? NA UND!?“ gemeinsam mit verschiedenen Kooperationspartner*iinnen erfolgreich durchgeführt.

 Ziel des Projektes war, mit den Aktionen auf die Lebenslagen und Bedarfslagen des Personenkreises Menschen psychischen Beeinträchtigungen/ seelischen Behinderungen aufmerksam zu machen und hiermit einen Beitrag zur Aufklärung und Bewusstseinsbildung auch im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention zu leisten. Dies ist dem Projekt gelungen. Hierbei stehen im Besonderen die Erkenntnisse, dass Aufklärungsarbeit eine große Herausforderung  ist, um eine breite Öffentlichkeit zu erreichen, aber die kleinen Schritte umso wichtiger sind. Diese kleinen Schritte (Erfahrungen, Erkenntnisse) bringen eine Bewusstseinsbildung zu psychischen Beeinträchtigungen sowie zum Konzept der Inklusion voran. In diesem Sinne war das Projekt erfolgreich. Durch Provozieren („Nicht alle Tassen im Schrank? NA UND!?“) ist es gelungen, unter Einbeziehung von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen als Experten*innen in eigener Sache verschiedene Akteure miteinander ins Gespräch zu bringen.

Für die erste Aktion im Rahmen des Projektes wurden am 29. April 2013 unter dem Motto „Sprich mit mir!“ Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen/ seelischen Behinderungen und Angehörige, mit Politiker*innen des Landtages Sachsen-Anhalt und des Stadtrates Magdeburg sowie mit Verbandsvertreter*innen zu den Themen „Wohnen“, „Selbstbestimmung“ und „Arbeit“ im Magdeburger Rathauses ins Gespräch gebracht. Insgesamt konnten wir über 60 Teilnehmende zählen. Die Schirmherrschaft der Veranstaltung übernahmen der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg und der Präsident des  Landtages von Sachsen-Anhalt. Diese „Rund-Tisch-Gespräche“ ermöglichten den Experten*innen in eigener Sache und deren Angehörigen Gelegenheit, mit Politiker*innen in direkten Austausch über persönliche Anliegen, Probleme, Vorschläge etc. zu treten sowie über notwendige und realisierbare Maßnahmen zur Inklusion zu reden. Die wichtigsten Erkenntnisse der Teilnehmenden waren, dass „Miteinander sprechen“ wichtig ist, um die Probleme der Menschen wahrnehmen zu können und dazu zu lernen und dass es wichtig ist, einen Schritt weiter zukommen, dorthin, wo man Veränderung erreichen kann. In diesem Sinne wurde „Sprich mit mir!“ auch in Form von kleinen Schritten als eine existenzielle Forderung von den Teilnehmenden gesehen. Insbesondere stehen für die Ergebnisse dieser Veranstaltung auch Aussagen von den Experten*innen in eigener Sache: „Wir wollen selbstbestimmen!“ und „Wir haben Ideen! Die sollen gehört werden.“

Mit der zweiten Aktion, der Plakatkampagne mit dem Slogan "Nicht alle Tassen in Schrank? NA UND!? wurde in den kreisfreien Städten Magdeburg, Halle/Saale und Dessau-Roßlau die visuelle Aufmerksamkeit auf die notwendige Aufklärung und Bewusstseinsbildung gelenkt. Auch hier haben wir als Initiator*innen erreicht, mit dem Slogan einem provokanten Akzent zu setzen. Ziel war es, ein Interesse für ein tabuisiertes Thema sowie für den Blick auf Diskriminierungen von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen zu entwickeln. Diese Kampagne wurde unterstützt durch die Verbreitung von 5000 Postkarten (im gleichen Layout der Plakate). Gesamtgesehen ist es uns damit auch gelungen, im Land Sachsen-Anhalt im Sinne von Bewusstseinsbildung und Aufklärung über den Europäischen Protesttag zur Gleichstellung der Menschen mit Behinderung hinaus für eine Beteiligung zu werben, „…mit uns aktiv zu werden!“ Somit hat aus unserer Sicht dieses Projekt ein Beitrag zum Abbau von Stigmatisierungen, Tabuisierungen, Diskriminierung und Ausgrenzung des Personenkreises in der Gesellschaft geleistet und wird insbesondere mit dem Fokus, Menschen ins Gespräch zu bringen nachhaltig wirken.

Die Initiator*innen freuen sich, mit den Aktionen den Weg zu einer inklusiveren Gesellschaft in kleinen Schritten mitgestaltet zu haben. Wir nehmen dies aber auch als Auftrag, uns weiterhin für ein gleichberechtigtes Miteinander einzusetzen.

Weiterführende Informationen finden Sie unten in der Pressemitteilung, in den Pressebeiträgen sowie in 2 Artikeln aus unserem Rundbrief BLICKPUNKTE 01/2013 zum Download.

Für Rückfragen:

Ralf Hattermann
Referat Hilfen für Menschen mit Behinderungen
Telefon: 0391 – 6293 533
Fax: 0391 – 6293 433
e-mail: rhattermann@paritaet-lsa.de