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Neue Statistik der Kinder- und Jugendarbeit – Es wird spannend!

Mit mehr als 80 Teilnehmenden aus der Kinder- und Jugendarbeit, von Verbänden sowie von Mitarbeiter_innen von Jugendämtern, wurde in Kooperation mit dem Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. und dem PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverband Sachsen-Anhalt e.V am 26. Januar 2015 im Familienhaus Magdeburg, die Informationsveranstaltung zur NEUEN Jugendarbeitsstatistik - Statistik der öffentlich geförderten Angebote der Kinder? und Jugendarbeit - durchgeführt.

Eine Veränderung in der Statistik der Kinder- und Jugendarbeit wurde fachlich zwingend erforderlich. Die seit 1982 bestehende Statistik bildet nicht die vielfältigen Aktivitäten der Kinder- und Jugendarbeit ab, was zu einem Defizit in der öffentlichen und fachpolitischen Wahrnehmung führte. Ebenso ist zu beachten, dass die anderen Bereiche der Jugendhilfe, wie z.B. der Bereich Kinderschutz, die Hilfen zur Erziehung oder die Kindertagesstätten bereits statistisch gesehen modernisiert wurden.

Inhaltlich haben die beiden Referentinnen – Fr. Dr. von der Gathen-Huy (Forschungsverbund DJI/ TU Dortmund Forschungsstelle akj Kinder- und Jugendhilfestatistik); Fr. Leuchte (Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt) – die thematischen Schwerpunkte der Statistik und die Zeitschienen zur Erhebung dargestellt. Sehr schnell wurde den Beteiligten deutlich: Hier gibt es eine Menge zu tun- und zwar jetzt schon!

Die Veranstalter der Tagung haben bewusst den frühen Termin im Jahr gewählt, um die Fachwelt auf die umwälzenden Veränderungen und Anforderungen der neuen Statistik hinzuweisen. Denn unter dem Titel: Wie wird gezählt? Was wird gezählt? Wann wird gezählt? ergeben sich eine Vielzahl von Detailfragen, die mit Sachkenntnissen zur Erfüllung der Statistik verbunden sind. Wer das nicht verfolgt, bekommt im Januar/ Februar 2016 einen Online-Fragebogen und weiß nicht, was damit zu tun sein wird.

Die Statistik hat es in sich! Für die Mitarbeiter_innen in den Jugendclubs geht es jetzt schon um die Zählung von Aktivitäten, z.B. nach „offenen Angeboten“, „gruppenbezogenen Angeboten“ und „Veranstaltungen/ Projekte“, die nach Anzahl, Geschlecht, Häufigkeit usw. aufbereitet werden und in einem Online-Fragebogen erfasst werden. Das bedeutet:

Vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 werden die Angebote von den Mitarbeiter_innen in der Kinder- und Jugendarbeit über die öffentlich geförderten Angebote gesammelt. (Siehe Fragebogen im Anhang mit Erläuterungen).

Im Januar/ Februar 2016 wird über das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt der Fragebogen online an die „Verantwortlichen der Kinder- und Jugendarbeit“ (Träger) geleitet, damit diese eine Meldung abgeben.

Ergo: Wer jetzt nicht systematisch seine Angebote erfasst, bekommt spätestens im Januar 2016 ein erhebliches Problem. Und schon ergeben sich eine Menge weiterer Fragen!

Denn 1.) Der Fragebogen ist in seiner Anwendung nicht immer eindeutig zu verstehen und 2.) Wo müssen sich die Jugendclubs/ Träger von Einrichtungen melden, um den Fragebogen zu erhalten und sind/ wurden bzw. werden auch alle Einrichtungen in Sachsen-Anhalt erfasst?

Diese Details müssen in Abstimmung mit dem Statistischen Landesamt und den Verantwortlichen in den Landkreisen und kreisfreien Städten Sachsen-Anhalt sowie den Verantwortlichen für Kinder- und Jugendarbeit in den Verbänden abgestimmt werden. Darüber hinaus gibt es gewisse Voraussetzungen, die es zu beachten gilt:

Gezählt werden können nur Angebote der Kinder- und Jugendarbeit, die als Angebote

  1. von öffentlichen oder anerkannten freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe durchgeführt werden,
  2. die öffentlich finanziell gefördert werden, und
  3. die in den Geltungsbereich des § 11 SGB VIII fallen plus solche der Mitarbeiterfortbildung nach § 74 Abs. 6 SGB VIII.

Mit der neuen Statistik für die Kinder- und Jugendarbeit ist ohne jeden Zweifel eine Chance eröffnet, den enormen öffentlichen Legitimationsdruck in diesem Arbeitsgebiet begegnen zu können. Aber, es müssen weitere Abstimmungen zur Umsetzung der Statistik und ihrer Anwendung in Sachsen-Anhalt erfolgen.

Beide Veranstalter werden über den Landesjugendhilfeausschuss darauf hinwirken, dass eine Harmonisierung zu den bisherigen Statistiken der Landkreise und kreisfreien Städte erfolgt und Parallelerhebungen minimiert bzw. vermieden werden. Denn bei allem Zähleifer der sich entwickeln kann, müssen die zu erhebenden Zahlen und Statistiken dem Arbeitsfeld Kinder- und Jugendarbeit wesentliche Erkenntnisse liefern und nicht zusätzlich „Datenfriedhöfe“ bedient werden.

Im Anhang befinden sich die Foliensätze der Vortragenden und der Online-Fragebogen mit Erläuterungen im Entwurf. Da sich evtl. noch Veränderungen im Erhebungsinstrument ergeben werden, nutzen Sie folgenden Link www.jugendarbeitsstatistik.tu-dortmund.de, um weitere aktuelle Hinweise für den Fragebogen zeitnah zu erfragen.

Für Rückfragen:

Siegfried Hutsch
Referat Frühkindliche Bildung, Jugendhilfe, Bundeskoordinator Jugendsozialarbeit
Tel. 0391/ 6293 335
E-Mail: shutsch@paritaet-lsa.de

Rolf Hanselmann
Bildungsreferent PARITÄTISCHES Jugendwerk
Tel. 0391/ 6293 509
E-Mail: rhanselmann@paritaet-lsa.de