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PARITÄTISCHER warnt vor Verkürzung der Ausbildungszeit für Erzieherinnen und Erzieher in Sachsen-Anhalt

„Der Fachkräftemangel und die neuen Anforderungen des Kinderförderungsgesetzes Sachsen-Anhalt dürfen nicht dazu führen, dass eine Reform der Erzieherausbildung „Schnellbesohlungen“ befördert“, sagt Siegfried Hutsch, Referent für Frühkindliche Bildung und Jugendhilfe beim PARITÄTISCHEN Sachsen-Anhalt, „gerade jetzt ist Qualität gefragt“.

Auf einem Fachgespräch mit Trägervertretern, der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und dem Verein „Kinder stärken e.V.“, bestand bei allen Beteiligten Einigkeit darüber, dass die Ausbildungsdauer im Erzieherberuf nicht verkürzt werden darf. Die Anforderungen in Kindertagesstätten, Heimen oder in der Kinder- und Jugendarbeit sind vielfältig und bedürfen einer Ausbildung, die Theorie und Praxis besser verbindet. „In ländlichen Regionen und im Arbeitsfeld der Heimerziehung werden jetzt schon die Stellen nur schwierig besetzt werden können“, so Heike Stein von der Lebenshilfe Bördeland gGmbH. Vielmehr müssen die Vorstufen, die zu einer Erzieherausbildung führen, verkürzt werden. „Es macht keinen Sinn, um Erzieherin werden zu wollen, vorher erst eine Ausbildung zur Kinderpflegerin absolvieren zu müssen“, so Silke Schröder Geschäftsführerin des PARITÄTISCHEN Bildungswerk Sachsen-Anhalt.

Gute Leute können so nicht für den Beruf, der sehr anspruchsvoll ist, motiviert werden. Dies hat Dr. Jan Heider, sozialpolitischer Referent der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN aufgegriffen und sieht die Forderungen zur Reformen der Erzieherausbildung seiner Fraktion bestätigt. Die Diskutanten haben in folgenden Punkten hohe Einstimmigkeit erzielt:

  1. Die Vorqualifikationen zur Erzieherausbildung müssen auf schnellstem Wege verkürzt werden.
  2. Das dritte Ausbildungsjahr (Anerkennungsjahr) muss finanziell angemessen entlohnt werden, damit
  3. Quereinsteiger Anreize vorfinden, die Ausbildung ohne finanzielle Schwierigkeiten abschließen zu können.

Der PARITÄTISCHE sieht hierin schnelle und notwendige Veränderungen, die hilfreich für die Praxis sind und ohne großen Aufwand vom Gesetzgeber zeitnah umgesetzt werden können. Langfristig jedoch müssen die Entlohnungssysteme für Erzieher und die Qualität an den Fachschulen verbessert sowie eine duale Ausbildung ermöglicht werden. Eine gute Verzahnung von Theorie- und Praxisanforderungen, heißt zum Beispiel Praxisanleiter auszubilden, die neue Fachkolleginnen und –kollegen gut auf die Anforderungen vorbereiten und qualifizieren.

Für Rückfragen

Siegfried Hutsch

Referat Frühkindliche Bildung und Jugendhilfe
Tel. 0391/ 6293 335
Fax: 0391/ 6293 433
E-Mail: shutsch@paritaet-lsa.de