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Wie kann Jugendhilfe gelingen in Zeiten knapper Haushaltskassen?

Kaminabend der PARITÄTISCHEN Regionalstelle Mitte-West in Kooperation mit dem StadtJugendRing Magdeburg e.V.

Diese positive Umdeutung des ursprünglichen Titels des PARITÄTISCHEN Kaminabends am 18.02.2013 in Magdeburg gelang Sven Nordmann, dem Vorsitzenden des Jugendhilfeausschusses der Landeshauptstadt Magdeburg und Mitglied der SPD-Fraktion.

Die eingeladenen PolitikerInnen aller Fraktionen des Stadtrates waren am 18. Februar 2013 in die Brasserie am Schellheimer Platz gekommen, um sich mit VertreterInnen von PARITÄTISCHEN Mitgliedsorganisationen und des StadtJugendRings Magdeburg e.V. dazu auszutauschen, ob wir angesichts der Haushaltslage auf freiwillige Leistungen der Jugendhilfe in Magdeburg verzichten können. Alle Anwesenden waren sich einig: Gute Jugendarbeit kann in der Landeshauptstadt Magdeburg nur durch eine vertrauensvolle und transparente Zusammenarbeit  von Jugendamt, Jugendhilfeausschuss und Freien Trägern der Jugendhilfe gelingen. Der Alltag sieht jedoch anders aus. Die zurückliegenden Einsparungen in Höhe von 400.000, 00 € wurden vorwiegende bei freien Träger der Kinder- und Jugendarbeit vorgenommen. Für 2013 ist dies in gleicher Weise beabsichtigt.

„Was fehlt,“  so Liane Kanter vom StadtJugendRing Magdeburg e.V , „ist eine verlässliche und kontinuierliche Jugendhilfeplanung“.

Siegfried Hutsch, Fachreferent Frühkindliche Bildung und Jugendhilfe des PARITÄTISCHEN Sachsen-Anhalt,  mahnte die Planungsverantwortung an, die entsprechend der gesetzlichen Vorgaben des Kinder- und Jugendhilferechts beim Jugendamt liegt. Mit dem demografischen Wandel sind nicht nur weniger junge Menschen in den Kommunen vorhanden, sondern auch neue Aufgaben, wie z.B. Bildungsfragen von hoher Bedeutung. Die Träger der freien Jugendhilfe sind zu beteiligen. Es ist einerseits die Situation in den jeweiligen Sozialregionen zu betrachten und andererseits auch das Prinzip von Vorrang und Nachrang in der Leistungserbringung. Das Jugendamt als Fachbehörde und Interessenvertreter für Kinder, Jugendliche und Familien in der Stadt Magdeburg hat dafür Sorge zu tragen, dass für die Entwicklung von  Kindern und Jugendlichen ausreichend Angebote vorhanden sind, die soziale und kulturelle Teilhabe ermöglichen.

Torsten Giefers, Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen,  zeigte auf, dass Jugendhilfe auf Veränderungen in der Gesellschaft wie z.B. Internetkommunikation, Ganztagsschulen und Schulsozialarbeit reagieren muss. Das erfordert eine grundsätzliche inhaltliche Diskussion und die Veränderung der Konzepte, des Agierens und der Kooperation im Sozialraum. 

In diesem Prozess sind die fachlichen Kompetenzen des Jugendhilfeausschusses, seiner Unterausschüsse und Facharbeitsgruppen gefragt und anzuerkennen. Anliegen bzw. Anträge an den Jugendhilfeausschuss müssen zeitnah zu einem Ergebnis geführt werden, um sie nicht zu verschleppen wie z.B. den CDU-Antrag zum Thema Familienpaten. Dazu könnte ein Politikmanagement, das von Torsten Giefers vorgeschlagen wurde, ebenso dienen wie das von Sven Nordmann ins Gespräch gebrachte Wiedervorlagesystem im Jugendhilfeausschuss.

Der Kaminabend, der in einer angenehmen und offenen Atmosphäre stattfand, endete insofern zuversichtlich, dass sich alle Beteiligten ihrer zivilgesellschaftlichen Verantwortung für  junge Menschen in Magdeburg bewusst sind und zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit verabredeten.

Gabriele Haberland
Leiterin der Regionalstelle Mitte-West