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überall dabei – wir sind dabei Inklusives Filmfestival der Aktion Mensch in Halle

Die Aktion Mensch hat unter dem Motto „überall dabei“ auch in diesem Jahr zum inklusiven Filmfestival aufgerufen. Das Filmfestival ist ein Beitrag auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft. Jeder Mensch, ob behindert oder nicht behindert, muss am gesellschaftlichen Leben in der Gemeinschaft teilhaben können. Das Festival zeigt dazu in 40 Städten der Bundesrepublik sechs informative und spannende Kinofilme und gastierte zum wiederholten Male auch vom 17. Bis 23. Januar 2013 in Halle (Saale).

Neben zahlreichen örtlichen Vereinen und Verbänden war auch der PARITÄTISCHE gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen und unter organisatorischer Federführung der Freiwilligenagentur Halle-Saalkreis Partner von zwei Filmen. So trat das PARITÄTISCHE Sozialwerk Behindertenhilfe als Filmpartner für den australischen Dokumentationsfilm „Rachels Weg – aus dem Leben einer Sexarbeiterin“ auf. Der PARITÄTISCHE Sachsen-Anhalt, Regionalstelle Süd, und der Allgemeine Behindertenverband in Halle e.V. (ABiH) waren Filmpartner für den schwedischen Dokumentarfilm „Zwillingsbrüder – 53 Szenen einer Kindheit“.

Letzterer zeichnet sich, wie auch der gezeigte Vorfilm „kleiner Film“ von Frederic Klamt, durch beeindruckende, nachdenkliche, liebevolle, heftige, stimmungsvolle, lebensnahe und optimistische Szenen zum Thema Kleinwüchsige Menschen aus. „kleiner Film“ zeigt, wie sich im Rollentausch eine kleinwüchsige Frau um ihren normalwüchsigen Partner kümmert. Der Film stellt die Realität auf den Kopf und richtet sich somit gegen das Schubladen-Denken. Im Film „Zwillingsbrüder“ werden chronologisch Entwicklungsstadien der beiden Brüder (davon einer kleinwüchsig) von ihrer frühen Kindheit bis zu ihrem 19. Lebensjahr aufgezeigt. Wie in jeder Familie auch, gibt es Gemeinsamkeiten und unterschiedliche, ja konträre, Auffassungen vom Zusammenleben zwischen ihnen und im Besonderen auch mit ihrer Mutter. Beide sind aber auf der Suche nach ihrem Lebensinhalt.

Inklusives Filmfestival Halle

In der anschließenden Gesprächsrunde zu den Filmen und zum Miteinander von kleinwüchsigen Menschen und nicht behinderten Menschen im wirklichen Leben stellten sich diesem Thema: Robert Richard vom Ministerium für Arbeit und Soziales, Prof. Dr. Klaus Mohnike vom Bundesverband Kleinwüchsige Menschen und ihre Familien e.V. (BKMF) sowie Thomas Thielicke und Udo Rheinländer vom Allgemeinen Behindertenverband in Halle e.V. (ABiH). Moderiert wurde die lebendige Diskussion, an der sich neben den interessanten Gästen auch das Publikum beteiligt hat, von Ralf Hattermann vom PARITÄTISCHEN Landesverband Sachsen-Anhalt.

In der Diskussion wurde neben der Reflexion und den Eindrücken der beiden Filme sowie Bezügen zur Leitidee der Inklusion und der UN-Behindertenrechtskonvention vor allem versucht, einen Einblick in die Lebenswelt von kleinwüchsigen Menschen zu bekommen. Hier waren insbesondere die Erfahrungen, Einschätzungen und Sichtweisen von Thomas Thielicke beeindruckend. Er gab einen Einblick, was es für ihn bedeutet, in einer großwüchsigen Welt zu leben, welche Probleme er im Alltag als kleinwüchsiger Mensch bewältigen muss und was seine Vorstellungen für die Zukunft sind, persönlich wie auch gesellschaftlich.

Ein Rahmenprogramm rundete die gelungene Veranstaltung ab. Informationsstände der beteiligten Verbände und eine von Schülerinnen und Schülern der Ökowegschule Kugelberg erarbeitete Fotodokumentation über Barrierefreiheit in ihrem Lebensumfeld  luden zum Nachdenken ein. Die bekannte Hallesche Gruppe „Viertelpoet“ mit rockig-frecher und lyrisch-liedhafter Musik begeisterte ihre Zuhörerinnen und Zuhörer.

Inklusives Filmfestival Halle

Am 23. Januar lief als Abschlussfilm „Rachels Weg“ und als Vorfilm „Händelstadt mit Hindernissen“ Die Vorstellung war ausverkauft und auch die im Anschluss angebotene Gesprächsrunde mit Dr. med. Torsten Freitag, Sexualmedizinische Praxis Magdeburg, Ralf Schneeberger, Filmemacher beim Offenen Kanal und Begleiter behinderter Menschen durch die Händelstadt mit Hindernissen fand große Resonanz. Die „heiße Kartoffel“   - Bedürfnisse nach Sexualität bei schwerstbehinderten Männern –  wurde respektvoll diskutiert. Menschen mit Behinderungen aber auch Mitarbeiter/innen aus Einrichtungen der Behindertenhilfe tauschten sich aus. Resümierend kann festgestellt werden, dass wir auch bei diesem Thema eine Gesellschaft ohne Barrieren im Kopf brauchen, um den Bedürfnissen behinderter Menschen gerecht werden zu können.

Für Rückfragen:

Dr. Peter Piechotta
Regionalstelle Süd
Telefon: 0345 - 5204115
e-mail:   ppiechotta@paritaet-lsa.de