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Gemeinsames Lernen an allen Lebensorten ist in Staßfurt ein Thema

Der PARITÄTISCHE Sachsen-Anhalt initiierte unter dem Titel „Gemeinsames Lernen in Staßfurt“ ein Vernetzungsprojekt zur inklusiven Bildung. In enger Kooperation mit der Stadt Staßfurt, der Lebenshilfe Bördeland gGmbH und der Pestalozzi-Schule wurden Gespräche, Fachforen und ein Vernetzungsforum durchgeführt. Unterstützt wurde das Projekt durch eine Förderung von Aktion Mensch, Förderprogramm Inklusion.

Ziel war es, unterschiedliche Akteure auf kommunaler Ebene zu vernetzen, um das Thema INKLUSION in der Stadt Staßfurt zu befördern. Angestrebt wurde, dass Akteure aus Organisationen miteinander agieren, die ansonsten kaum Berührungspunkte haben. Das wurde erreicht und es ist als Erfolg zu werten, dass das Thema Inklusion von Menschen aus den Bereichen Bildung, Jugendarbeit, Behindertenhilfe, Altenarbeit, Sport, Kultur, Verwaltung und Politik ressortübergreifend und gemeinsam bearbeitet wurde. In dem vier monatigen Projekt „Gemeinsames Lernen in Staßfurt“  fanden von Februar bis Mai 2012 drei Fachforen und ein Vernetzungsforum zum Thema INKLUSION in Staßfurt statt.

Gemeinsam Lernen Stassfurt 1

Folgende Fachschwerpunkte wurden bearbeitet:

1. Auf die Kleinen kommt es an! – Inklusive Bildung im Übergang von der Kindertagesstätte zur Grundschule

Heike Stein, Lebenshilfe Bördeland gGmbH und Siegfried Hutsch, PARITÄTISCHER Sachsen-Anhalt gestalteten gemeinsam mit Dr. Frauke Mingerzahn von der Hochschule Magdeburg/Stendal einen Workshop für ErzieherInnen aus Kindertagesstätten, LehrerInnen aus Grundschulen und MitarbeiterInnen aus Jugendfreizeiteinrichtungen.

2. Mitreden! Mitgestalten! - Eltern und junge Menschen als Motor für gemeinsames Lernen

Christine Fischmann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Staßfurt, Ralf Hattermann, PARITÄTISCHER Sachsen-Anhalt und Frank Schiwek, Allgemeiner Behindertenverband in Sachsen-Anhalt e.V. kamen mit dem Oberbürgermeister Renè  Zock, Eltern, SchülerInnen, LehrerInnen, BetreuerInnen und Interessierten ins Gespräch.

3. Gemeinsames Lernen – Behinderte und nicht behinderte Kinder sollen zusammen in eine Schule gehen

Volker Link, Schulleiter der Pestalozzischule Staßfurt, Gabriele Haberland, PARITÄTISCHER Sachsen-Anhalt und Katrin Hanelt, Martin-Luther-Universität Halle tauschten sich mit LehrerInnen und SchulleiterInnen aus verschiedenen Schulformen, VertreterInnen der Wirtschaft, der Berufsbildung und der Behindertenhilfe dazu aus, wie die Forderung der UN-Behindertenrechtskonvention praktisch umgesetzt werden kann.

Am 15. Mai 2012 fand als Höhepunkt des Projekts das Vernetzungsforum „Gemeinsames Lernen in Staßfurt“ im Salzlandtheater Staßfurt statt. LehrerInnen und SchulleiterInnen, LeiterInnen von integrativen Kindertagesstätten aus der Behindertenhilfe, Sport-und Kulturvereinen, Jugendclubs, Seniorenvertretung, PolitikerInnen und Verwaltung sind miteinander zum Thema INKLUSION ins Gespräch gekommen. SchülervertreterInnen, Eltern und Großeltern waren ebenso am Fachaustausch beteiligt, haben ihre Vorstellungen, Befindlichkeiten und Erfahrungen zum Thema eingebracht. Das Forum wurde durch Aufführungen der Trommler-Gruppe des Wohnheims für Menschen mit seelischer Behinderung Hecklingen und der Aerobic- und Theatergruppe der Pestalozzi-Schule Staßfurt bereichert. SchülerInnen der Hermann-Kasten-Schule regten mit der Ausstellung der Ergebnisse ihres Schulprojektes „Wie barrierefrei ist Staßfurt?“ zur Diskussion an.

Gemeinsam Lernen Stassfurt 4

 

Gemeinsam Lernen Stassfurt 5

Eine Erkenntnis des Projektes ist, dass INKLUSION ein gesamtgesellschaftliches Thema ist, in kleinen Schritten begonnen werden muss, eine enge Vernetzung und die Beteiligung der Menschen mit Behinderung braucht. Am 3. Juli 2012 stellte Gabriele Haberland die Ergebnisse des Projektes dem Ausschuss für Jugend, Senioren und Soziales der Stadt Staßfurt vor. Am 19. Juli 2012 werden dem Stadtrat die Ergebnisse und der Initiativkatalog vorgelegt.

Initiativkatalog – warum?

 In Auswertung des Projekts entwickelte der PARITÄTISCHE einen Initiativkatalog. Die Erfahrungen des Projekts sind darin zusammengefasst und Empfehlungen für die Politiker  der Kommune, des Landkreises und des Landes formuliert. Verwaltung und Kommunalpolitik der Stadt Staßfurt bekommen Anregungen zur schrittweisen Umsetzung der INKLUSION. Die Erfahrungen des Staßfurter Modells „Gemeinsames Lernen“ sollen im Sinne von Wissensmanagement für andere Regionen übertragbar werden. Inklusion wird begreifbar und fassbar gemacht und somit an unterschiedlichen Lebensorten schrittweise realisierbar.

Was wird anders in Staßfurt durch das Projekt „Gemeinsames Lernen in Staßfurt“?

  • Experten aus unterschiedlichen Bereichen haben uns ihre Vision gezeigt. Das Thema INKLUSION ist für alle Beteiligten verständlich und greifbar geworden.
  • INKLUSION wird nicht mehr als Thema der Behindertenhilfe betrachtet. Es ist ein Thema aller gesellschaftlichen Schichten und braucht die  Zusammenarbeit im Sinne von Vernetzung.
  • Das Bewusstsein, dass eine Kindertagesstätte inklusiv/integrativ sein muss, ist in Staßfurt gewachsen. Kinder, die eine integrative KITA´s in Staßfurt besuchen, erleben INKLUSION täglich. Für sie ist der Weg in eine inklusive Schule Normalität.
  • LeiterInnen von integrativen KITA´s der Lebenshilfe Bördeland gGmbH suchen die Kooperation zu Grundschulen und werden künftig den Übergang in die Schule gemeinsam mit LehrerInnen aus den Grundschulen gestalten.
  • Inklusion berührt die LehrerIn der Förderschule genauso wie die Eltern oder Großeltern, weil Kinder mit Förderbedarf nicht mehr aussortiert werden, sondern die für sie notwendige Unterstützung in einer allgemeinen Schule erhalten sollen.
  • Die im Projekt Beteiligten des Schulzentrums Nord Staßfurt haben Ideen entwickelt, wie aus den bisherigen Einzelschulen ein echtes Schulzentrum werden kann.
  • Künftig werden sich SchulleiterInnen/LehrerInnen und VertreterInnen der Wohlfahrt als Partner betrachten, die ein gemeinsames Ziel haben -INKLUSION.
  • Das Netzwerk „Staßfurter Aktionstage 5.5.“ hat einen innovativen Schub und neue Impulse zur Verwirklichung von INKLUSION erhalten.
  • Das Thema INKLUSION wird in Staßfurt künftig unter Beteiligung von Menschen mit Behinderung erfolgen. Leichte Sprache ist dazu ebenso anzuwenden wie Gebärdensprachdolmetscher oder Blindenschrift.
  • Kommunalpolitiker haben erkannt – wir müssen uns dem Thema INKLUSION im Sinne der UN-Konvention stellen.

Gemeinsam Lernen Stassfurt 2

Was empfehlen wir dem Stadtrat der Stadt Staßfurt?

Bei allen Inklusionsbemühungen soll immer an die Kinder und die Schwächsten der Gesellschaft gedacht werden.

Gemeinsam Lernen Stassfurt 3

Zur Entwicklung eines familienfreundlichen Wohnquartiers Staßfurt Nord empfehlen wir, INKLUSION mit zu denken. Die Initiatoren sollten sich an den Inhalten des Landesgleichstellungsgesetzes und der UN-Behindertenrechtskonvention orientieren und die Ergebnisse des Projektes berücksichtigen. Der Stadt Staßfurt empfehlen wir, eine/n Inklusionsbeauftragte/n zu benennen. Impulse zur Inklusion sollen in das Leitbild der Stadtverwaltung Staßfurt eingearbeitet werden.

Erfahrungen aus dem Projekt „Gemeinsames Lernen in Staßfurt“ sollen auf die Landkreisebene ausstrahlen und z.B. in den Sozialausschuss des Landkreises getragen werden.

Gabriele Haberland
Projektkoordinatorin und Regionalleiterin des PARITÄTISCHEN Sachsen-Anhalt

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