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Erster Fachtag Sozialmanagement widmete sich den Erfahrungen und Grundsätzen guter und transparenter Führung

An einem strahlend schönen Tag fanden sich Führungskräfte aus Mitgliedsorganisationen und MitarbeiterInnen des Verbandes in der Bildungsstätte Peseckendorf zum ersten Fachtag Sozialmanagement zusammen. Es war ein interessanter Auftakt zu einer Reihe folgender Veranstaltungen, die sich u.a. Fragen der Organisations- und Personalentwicklung stellen werden.

Breite Zustimmung fand auch der Plan, ein ManagementForum als Gesprächskreis unter Führungskräften zu organisieren,  um sich zu veränderten betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und anderen Fragen der Leitung von sozialen Unternehmen oder Zweckbetrieben von Vereinen zu verständigen. Eine nächste Veranstaltung zur Personalentwicklung findet bereits am 02. Juli 2012 statt: Weiterdenkwerkstatt zur alter(n)sgerechten Personalentwicklung in der Sozialwirtschaft. Aber zurück zum 1. Fachtag:

Bereits seit einigen Jahren wird in Verbänden und Unternehmen darum gerungen, was eine »gute und transparente Führung« (good governance) bedeutet. Bei gemeinnützigen Organisationen steht dabei eine »strukturelle Sicherung der Selbstlosig­keit« zur Vermeidung von Interessenkollisionen im Mittelpunkt.

Der Gesetzgeber hat bisher davon abgesehen, einen Corporate Governance Kodex für wirtschaftlich tätige Idealvereine verbindlich zu regeln, dies jedoch auch gemeinnützigen Gesellschaf­ten und Vereinigungen empfohlen (insbesondere, wenn sie wirtschaftlich tätig sind). Hintergründe sowohl für diese staatlichen, als auch für zivilgesellschaftlichen und unternehmerischen Führungsgrundsätze waren oft Krisen oder Schwierigkeiten, die auf mangelnde Klar­heit in der Aufgabenteilung zwischen den Führungsgremien oder in der Kontrolle und Aufsicht zurückzuführen waren. Zuletzt wurden Forderungen aus der Politik laut, für mehr Trans­parenz bei der Verwendung von öffentlichen Geldern zu sorgen, aber auch wirkungsvolle Aufsichtsgremien zu erhalten oder zu schaffen.

Unserer hohen Verantwortung als Verband werden wir nur ge­recht, wenn wir Vertrauen ausstrahlen – nach Innen und Außen, durch Transparenz, Solidität sowie sorgsamen Umgang mit öffentlichen Mitteln und mit den engagierten Menschen. Wir bewegen beträchtliche Werte, die uns von der Gesellschaft anvertraut wurden. Wir ermuntern Menschen, für ihre Interessen zu kämpfen und setzen uns für das Gemeinwohl ein. Umso mehr müssen wir alles daran setzen, selbst anständig, ein­wandfrei und zuverlässig zu arbeiten – eben: Das Gute auch gut tun.

Der Vorstand unseres Landesverbandes hatte sich nach einer eingehenden Diskussion mit den Mitgliedern im Jahre 2011 zu Grundsätzen einer guten und transparenten Führung in seiner eigenen Tätigkeit selbst verpflichtet. Diese wurden im Rahmen des Fachtags zusätzlich erläutert. Zuvor hatte Frau Dr. Siebart von der pwc PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Ihrem Einführungsvortrag über Anforderungen an Transparenz und Corporate Governance von gemeinnützigen Organisationen referiert. Es wurde herausgearbeitet, dass diese Transparenz und Regelungen zu einer good governance die Sonderstellung dieser Organisationen deutlich macht sowie die steuerliche und gesellschaftliche Förderung rechtfertigt.

Frau Röhl, Rechtsanwältin und Referentin für Recht beim Landesverband, führte die Teilnehmer in die komplizierten Regelungen und Rechtsprechungen zur Haftung von Führungsorganen ein. Die Aufmerksamkeit und Diskussion zeigte, wie wichtig die Klarheit und Vorsorge in diesen Fragen ist.

Der Geschäftsführer der Trägerwerk Soziale Dienste GmbH, Herr Rommelfanger referierte über Veränderungen der Organisationsstrukturen, wie sich die Trägerwerke in den Ländern zu GmbH’en umgewandelt und unter dem Dach einer AG zusammengeschlossen haben. Er stellte vor, wie sich nun die Führung und Aufsicht gestaltet. Ihr gemeinsamer Zweck war und bleibt das Eintreten für eine freiheitliche und humanistische Gesellschaftsordnung, eine dezentrale, auf große Eigenverantwortung der Mitarbeiter zielende Organisationsstruktur, hohe Professionalität und Kompetenz sowie solidarische Zusammenarbeit, Unterstützung und Erfahrungsaustausch untereinander. Ziel dieser Umstrukturierung war es, die Leistungsfähigkeit und Transparenz der Unternehmen und Einrichtungen zu optimieren.

Im Ergebnis der Fachtagung wurde festgestellt,  dass  jede Organisation ganz speziell auf ihre Bedingungen zuge­schnitten eine passfähige gute Organisationsstruktur entwickeln muss. Die Regelungen zur strategischen und operativen Führung, zur Abgrenzung und Verantwortung der Organe, Transparenz in den Geschäftsvorgängen und zur Vermeidung von Interessenkollisionen unterstützen diese innere Klarheit und tragen zum Vertrauen in die Organisation bei.

Die Grundsätze guter und transparenter Führung des Dachverbandes wurden in den Diskussionen als gutes Beispiel eingeschätzt; einige Mitglieder, wie z.B. die Volkssolidarität werden diese als Grundlage für einen eigenen Ehrenkodex verwenden. Die Landesgeschäftsführerin stellte die Selbstverpflichtung des Landesverbandes zur Transparenz vor und verwies auf die Veröffentlichungen im Internet.